In meinem Leben bin ich oft umgezogen. Manches Mal wusste ich, dass dieses Zuhause nur auf Zeit ist, dann wieder dachte ich, es sei nun tatsächlich für immer oder realistisch betrachtet immerhin für länger. Unbefristet halt.
So oder so: eins fehlte mir nach dem Einzug in der Regel ewig, zumeist: Das grosse Licht.
Es erhellt’ spät erst die vier Wände, welche ein Zuhause mir gewährten. Kurz vor meinem Geh’n, zumeist. Warum das so ist, warum es bleibt der fast einzige Garant, als stete Konstante, dieses Wissen, es fehlt mir genau so wie das grosse Licht, das dann kommt, wenn ich gehe. Zumeist.
Doch ich versuche es mir zu erklären, wie so manches, zumeist. Das Lustige: Im Zimmer dieser Zeilen fehlte nebst dem grossen Licht gleich komplett die Lampe als Quelle des Lichts. Die, welche ich bekam, überhitzte stets nach kürzester Zeit, zumeist. Einzig ein Sternenhimmelprojektor und die Sommernacht spendeten Licht und versuchten mich und den Ort meiner Gedanken-Zuflucht zu erhellen.
Ob mein fehlend’ grosses Licht wohl mit Grund dafür ist, warum ich in meinen Lebensentscheidungen so oft im Dunkeln zu tappen schien? Vielleicht. Denn wie schrieb ich einst: “Das grosse Licht soll leuchtend Weg und Wahrheit zeigen. Und verblendet trotzdem, was verborgen gehört.”
Was also, wenn jemand weder grosses noch kleines Licht benutzt, vielleicht im Scheine der Taschenlampe passende Wege sucht? Es scheint wohl so sein zu müssen und weniger freiere Wahl zu bleiben als gedacht. So erlebt in einem angemieteten Zuhause auf Zeit, im Norden oben. Da, wo dunkel noch dünkler, Stunden noch länger und Nebel noch dichter sind. Aber auch seit Anbeginn sehr “zuhausig” für mich.
Gehen wir etwas zurück im Text, nämlich zur überhitzten Lampe; Hat auch das einen tieferen Sinn; weist hier etwa ein Gegenstand auf Impulsivität hin?
Klar erscheint zum jetzigen Stand nur, dass mir wohl eine Lampe fehlen soll. Weil ihr Schein beleuchtet bis in die hinterste Ecke, vielleicht. Sie aufzeigt den Staub und die Spinnweben, auch an der Decke, und gewisses besser ungenau betrachtet zu bleiben vermag statt intensiver Analyse ausgesetzt zu sein. Vielleicht.
Und ganz ehrlich, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Eigentlich ist es auch ganz schön ungemütlich, das grosse Licht.
Denn wer will schon geblendet sein? Erst recht, von dem, was wirklich ist?
Schöner ist’s ohne, das haben wir schon bemerkt und war von vornherein schon klar. Doch wird es manchmal halt gebraucht, das grosse Licht. Dennoch frage ich mich, wie wir uns alle vielleicht: Was ist denn so besonders am grossen Licht? Das, wenn es zappenduster ist, dir hilft. Vielleicht. Das dich jedoch genau so gut komplett in die Irre führen kann, etwa, weil es dich blendet. Vielleicht. Und du dann durch es plötzlich alles anders siehst. Vielleicht.