Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Nur für einen Tag könnte ich Königin und du König sein, so gaukelt es mir “unser” Peter Gabriel im Song “Heroes” vor. 

Helden also, in den Worten von Musikern; und wenn ein Künstler seiner Statur singt, was Bowie und Eno getextet, bin ich fast geneigt, es zu glauben. 
Doch was würde ich fühlen wollen, an diesem einen Tag? 
Was erleben, in diesen 24 Stunden? Oder vielleicht sind es sogar bloss 12, wenn es ganz genau genommen wird.

Und ist der Schmerz über das, was trotz allem Wünschen nie wahr, danach sogar grösser als zuvor. Oder überwiegt die Erleichterung, weil dieser Tag all das bereithält, was neben den intensiven Gefühlen doch deutlich relevanter als Alltag war. 
Die Momente, in denen Bedürfnisse klein geredet oder abgesprochen wurden. Physische wie seelische. Die, in denen viel zu riskant gefahren wurde, egal, dass Frau und Kind mit im Auto und weitere Personen sonst auf der Strasse anwesend. Die Momente, in denen meine Erinnerungen als falsch deklariert wurden. Oder die, in denen ich keine Informationen über Pläne erhielt oder stundenlang an vereinbarten Treffpunkten wartete. Um am Ende dann das gemeinsame Essen selbst zu bezahlen, zu dem ich lange und grossspurig eingeladen war.  
Nun gut, man könnte bei all dem rasch und zielsicher urteilen “Selbst schuld”. 
Man könnte empathisch sein und sich bewusst machen, dass der Mensch nach Mustern handelt, die sehr lange unbewusst ablaufen und geprägt sind von frühkindlichen Erfahrungen. Man könnte sagen “Alles psychologisches Geschwätz” und mit der Zunge schnalzend mindestens den Raum, besser noch die Wohnung, verlassen.  
Oder sich einfach mal “Just one day” zurücknehmen und aushalten, dass der Regenbogen farbig und schwarz-weiss für dessen eindrückliche Schönheit ziemlich irrelevant ist. 
Und diese Farben im Alltag leben, das macht doch wahre Helden aus.
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Bei Mädchen grundsätzlich …