Perspektiefen

Jährlich im Winter flüchte ich etwas nach Berlin, da bei Rückkehr in die Schweiz die Tage direkt wieder länger sind und alles deutlich weniger trüb erscheint. Für mich bewährt sich diese “Koller-Bewältigungs-Strategie” schon einige Zeit.

2024 - an einem dieser Tage bzw. frühmorgens entwickelte meine Freundin - die Poetin und Photographin Luna - die Idee der Perspektiefen, woraus inzwischen ein langfristiges Projekt entstand. Nachdem sie mich mit hellem Licht aus meinem Schlummer wecken musste, warf sie mir den Begriff “Grosses Licht” zu und ermunterte uns beide, bis zu unserem obligaten Donut-Treffen am Nachmittag, unsere Perspektive darauf zu teilen. Limitiert auf 300 Zeichen.
Bis zu den helleren Tagen im Frühjahr teilten wir fortan jede Woche unsere Sicht auf ein neues Thema.

An dieser Stelle der Blick auf die erste Perspektiefe Grosses Licht:

Luna:

Bewegen uns, eins mit den Schatten
und sehen nichts. 
Bequem nichts zu sehen, 
unverfänglich gedämpftes Licht. 
Aber dann kommen wir doch an diesen Punkt, 
suchend, nichts findend, 
dunkel ist weniger bunt. 

Dann ist es Zeit für’s grosse Licht,
das alles hell erleuchtet, 
doch auch Herzen bricht. 

Blota (mein schreibendes ICH):

Soll leuchtend Weg und Wahrheit zeigen
Blendet, was unerkannt sollt bleiben.
Wirft Schatten auf erleuchtet Fassade,
erschaudert manch wohlig Parade. 
Klare Kante statt verschwommene Farbe.
Hell über dunkel bei Nacht wie bei Tage. 

Wer Schatten wirft
aufs zuvor erfreute Gesicht
ist ganz bestimmt 
ein grosses Licht. 

ÜBRIGENS:

Diesen Herbst teilen wir den Blick auf unsere Perspektiefen öffentlich in Basel. Sei gerne mit dabei und lass uns an deinem Blick auf die Welt teilhaben.

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Jetzt bin ich hier.